Internet und Telefon per Fernsehkabel

Seit geraumer Zeit lassen sich mit dem TV-Kabel längst nicht mehr nur Fernseh- und Radio-Inhalte empfangen. Dort, wo die entsprechende Infrastruktur schon geschaffen und das Kabel-Netz modernisiert wurde, kann die herkömmliche Kabel-Dose gegen eine Multimedia-Dose ausgetauscht werden oder ist bereits vorhanden. Auf diese Weise wird der TV- Kabelanschluss zum universellen Anschluss für Telefon, Fernsehen, Radio und schnelles Internet.



Ist Kabel Internet mit DSL zu vergleichen?

Kabel Internet ist im eigentlichen Sinne nicht dasselbe wie DSL, schließlich wird hier das TV- und nicht das Telefonkabel genutzt. Im Grunde macht dies aber keinen Unterschied: Ebenso wie bei gängigen DSL Anschlüssen ist über das TV-Kabel Telefonie und Breitband-Internet mit allen Funktionen und Features möglich.



Kann Kabel Internet mit DSL konkurrieren?

Zwei Aspekte machen Kabel Internet zum ernsthaften Konkurrenten für DSL:


Zum einen sind über die Kabel TV Leitung höhere Download Geschwindigkeiten verfügbar als mit ADSL und ADSL2+ über Kupferleitung. Aktuell können bei den verschiedenen Kabel Internet Anbietern Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s in Anspruch genommen werden. Zudem können Kabel Internet Komplettpakete im Preisvergleich problemlos gegen die meisten aktuellen DSL Angebote bestehen. So sind Kabel Internet Anschlüsse mit 32 Mbit/s Bandbreite - also der doppelten Kapazität eines regulären DSL 16000 Anschlusses - inklusive Telefonanschluss und Doppel-Flatrate bei vielen Kabel Anbietern schon für 30 € im Monat oder weniger buchbar.


Zum anderen eignet sich jeder moderne Kabel-TV Anschluss für die Nutzung eines so genannten Triple Play Angebots, sprich Internet, Telefon und TV aus einer Hand, während Triple Play über die DSL Leitung nur dort möglich ist, wo ausreichende Bandbreiten für die parallele Nutzung aller Funktionen bereitgestellt werden können (meist ab DSL 16000 und aufwärts).


Kabel Internet schwächelt beim Upload

Einen kleinen Nachteil haben Kabel Internet Anschlüsse gegenüber DSL: Die Upload-Raten fallen hier technisch bedingt geringer aus. Deutlich wird dies beim Vergleich von Anschlüssen mit hohen Download-Raten. Während bei einem VDSL Anschluss mit 50.000 kbit/s Download-Rate die Upload-Rate mit rund 10.000 kbit/s sehr hoch liegen, können mit einem Kabel Internet Anschluss mit 60.000 kbit/s im Download nur rund 4.000 kbit/s im Upload erreicht werden. In der Praxis wirkt sich dies allerdings nur dann aus, wenn größere Datenmengen hochgeladen werden.


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Kabel Internet Anbieter und ihre Ausbaugebiete

Aktuell gibt es drei große deutsche Kabel Internet Anbieter, die den Markt für Kabel-TV und Internet der Bundesrepublik unter einander aufteilen. Zudem ist noch ein weiterer kleinerer Kabel-Provider in einigen Bundesländern punktuell tätig:





Noch ein wenig Technikkram


Ein Anschluss - drei Funktionen


Heutzutage hat die Multifunktions-Dose im Zuge des Ausbaus der Kabelverfügbarkeit die ursprüngliche Kabel-Dose als Anschlussstandard ersetzt. An dieser lassen sich nun nicht mehr nur Fernseher und Radio-Empfangsgeräte anschließen, eine dritte Buchse macht zudem den Anschluss eines Kabel-Modems möglich. Dieses wiederum bildet die Schnittstelle für Telefon-Endgeräte und einen PC oder Router und ermöglicht somit die Nutzung des TV-Kabels als Telefon- und Internetleitung.


Wie wird die dreifache Nutzung des TV-Kabels technisch möglich?


Ursprünglich erfolgte die Versorgung mit Kabel TV über einfache Koaxialkabel, die den analogen Empfang des Fernsehsignals über eine geringe Anzahl von Kanälen ermöglichten. Um auch Internet und Telefon über das TV Kabel nutzen zu können, mussten jedoch Bandbreiten aufgesplittet und somit für eine größere Anzahl von Kanälen verfügbar gemacht werden, da für beide Funktionen ein Rückkanal zum Datenversand benötigt wird. Hierfür erfolgte eine umfassende Modernisierung des Kabelnetzes, in deren Zug Koaxialkabel durch Lichtwellenleiter aus Glasfaser ersetzt wurden. Ein weiterer Schritt der Modernisierung war die Digitalisierung der Signale, zur Vergrößerung des Frequenzspektrums, in dem Daten empfangen und verschickt werden können.