Verkauf von Paidmail-Diensten - Was zu beachten ist

Lieber Leser,

es gibt immer wieder Paidmail-Dienste, die sich im Markt nicht behaupten können. Hier sind die Admins nicht mehr in der Lage, Auszahlungen vorzunehmen, da sie denkbar schlecht gewirtschaftet haben und nur noch einen Ausweg aus dieser Situation sehen, indem sie kommentarlos untertauchen - sich mit oder ohne ihren Dienst "totstellen". Eine weitere Möglichkeit, sich von einem Projekt zu verabschieden, ist der Verkauf an einen anderen Besitzer. Dies kommt verhältnismäßig häufig vor und es besteht eine recht große Unsicherheit, welche Punkte bei einem Verkauf und der Übergabe eines Paidmail-Dienstes zu beachten sind.

Was bei Mailer-Verkäufen zu beachten ist


Drei Parteien können die Bedingungen für einen Verkauf eines Paidmail-Dienstes nicht egal sein. Die registrierten User wünschen sich, dass ihre Verdienstquelle nicht versiegen möge und dass sie auch künftig Auszahlungen pünktlich erhalten. Der Verkäufer, also der "alte Admin", wünscht sich eine - auch finanzielle - Anerkennung seines bisherigen Wirkens und einen möglichst hohen Erlös durch den Verkauf. Der Käufer letztendlich möchte ein "Schnäppchen" machen, und erhofft sich, künftige Gewinne mit dem vorhandenen Mitgliederstamm generieren zu können.

Während beim alten Besitzer und potentiellen neuen Inhaber die Interessen zunächst vorwiegend pekuniärer Natur sind, stehen bei den Usern Fragen des Datenschutzes im Vordergrund. Will er dem neuen Besitzer seine Daten offenbaren ? Hat er überhaupt Lust, bei einem neuen Admin weiter Mitglied zu bleiben ? Sofern irgendwelche Vorbehalte gegen eine weitere Mitgliedschaft bestehen, muss sich der User vor der Übernahme des Paidmail-Portales - und der so möglichen Einsicht durch einen neuen Admin in die User-Datenbank - abmelden dürfen. Aus diesem Grund - gesetzlich verankert in den Datenschutzbestimmungen - muss dem User ein sogenanntes "Widerrufsrecht" eingeräumt werden. Dieses sieht eine Dauer von 14 Tagen vor, innerhalb derer der User einer weiteren Mitgliedschaft widersprechen kann. Im Falle eines ordnungsgemäßen Widerrufes muss der User sein bis dahin erwirtschaftetes Guthaben vom alten Admin ausbezahlt bekommen (innerhalb von 30 Tagen) und der Admin hat nach einer nachweislichen Auszahlung die Daten des Users aus der Datenbank zu löschen.

Eine in den AGB von vielen Paidmail-Diensten zu lesende Klausel hat in diesem Zusammenhang keine Gültigkeit. Hier heisst es, dass ein User, der kündigt, auf sein gesamtes bisheriges Guthaben verzichten muss. Diese Kündigung würde aber während des laufenden Betriebes geschehen - ein geplanter Verkauf widerspricht dem Sinn eines "laufenden Betriebes". Die Auszahlung hat der "alte Admin" zu leisten, ohne "Wenn und Aber".

Der Einblick eines Interessenten in die Datenbanken kann dennoch unter besonderen Bestimmungen gewährt werden: Eine schriftliche Versicherung des Interessenten muss gegeben sein (vom Verkäufer vorzulegen), dass sich der Interessent bezüglich der einzusehenden Daten und Fakten zur Verschwiegenheit verpflichtet. Man sieht, dass doch einige Regularien einzuhalten sind, der Wechsel des Inhabers eines Unternehmens oder eine Veräusserung sind nicht zu gestalten wie der Verkauf eines gebrauchten Hemdes auf dem Flohmarkt.

Doch wie bemisst sich der Wert eines Paidmail-Dienstes ? Dies ist von vielen Faktoren abhängig. Natürlich sind die Anzahl der Mitglieder und gegebenenfalls vorhandene Beziehungen zu Sponsoren und Netzwerken zu berücksichtigen. Wenn hier der alte Admin "gute Arbeit" geleistet hat, kann er sich dafür durchaus entlohnen lassen. Ein ausserordentlich gewichtiger Punkt ist dabei die finanzielle Solidität des Paidmail Dienstes. Besonders oft gibt es verschiedene Auffassungen, was das vorhandene User-Guthaben betrifft. Dies umfasst sowohl noch nicht für eine Auszahlung bereites Guthaben als auch die für eine Registrierung versprochenen Boni. Die entsprechenden Zahlen sind auch in den Madiadaten ersichtlich, hierin sind sie als "gesamtes User-Guthaben" benannt. Generell müssten die Admins dieses Userguthaben immer als Rücklage gesichert haben, andernfalls geraten die finanziellen Verhältnisse leicht und schnell durcheinander. Das User-Guthaben wurde von den Usern verdient - und es gehört somit den Usern; der Admin ist lediglich Verwalter oder Treuhänder dieser Geldwerte.

Es wird wohl bei jedem Paidmail-Dienst so sein, dass ein Teil des gesamten User-Guthabens niemals zur Auszahlung beantragt wird, da vielleicht manch User eine Zeit lang geklickt, sich aber dann abgemeldet hat. Damit darf aber ein Admin nicht im Voraus spekulieren ! Bei einer geplanten Portal-Übergabe sollte der Noch-Besitzer hier bereits "reinen Tisch" machen können, indem er das User-Guthaben in voller Höhe nachweisen kann. Geleistete Investitionen können nun aufgelistet werden, Kosten für Scripte, Design und dergleichen. Über den Wert der User-Daten ist frei verhandelbar - sicherlich spielen bei solchen Verhandlungen die Bestätigungsraten oder die Freudigkeit der User, an gewinnbringenden Bonus-Aktionen teilzunehmen eine Rolle. Selten jedoch wird es einem Verkäufer gelingen, auch seine bisherige Arbeitsleistung zu berechnen und sich dafür bezahlen zu lassen. Dies geschieht bei Unternehmens-Verkäufen, die Aussicht auf solide Verdienste garantieren können und in gewinnträchtigen Zeiten abgegeben werden. Bei Paidmail-Diensten kann man von diesen Vorgaben aber eher nicht ausgehen, weshalb sich nach Meinung der Paid4-News für Paidmailer-Übergaben oder Portal-Verkäufen etwa folgende Faustregel ableiten ließe:

Als Erstes wären alle offenen Auszahlungen vom alten Admin abzuleisten. Alle Auszahlungsanträge - einschließlich die solcher User, die von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht haben - sind verpflichtend vom Verkäufer zu leisten. Sobald keine aktuellen Auszahlungen mehr anstehen, wird das Gesamt-User-Guthaben betrachtet. Dies zu begleichen, also dem neuen Besitzer die "treuhänderisch verwalteten" Rücklagen zu bezahlen oder besser in neue "verwaltende Hände" abzugeben", ist der zweite Punkt. Der "alte Admin" hat folglich in letzter Konsequenz sämtliche bislang entstandenen Verbindlichkeiten den Mitgliedern gegenüber zu übernehmen - egal, ob sie als Auszahlung bereits beantragt oder auch erst in Zukunft zur Auszahlung kommen werden. Diesen beiden (schwersten) Pflichten des "alten Admins" stehen seine bisher als Investitionen geleisteten Ausgaben gegenüber. Zugute schreiben kann er also Kosten für Scripte, Design und gestaltete Werbemittel wie Banner und dergleichen. Ebenfalls anrechnen darf er die Hoster-Ausgaben für den laufenden Betrieb, da diese meist im Voraus beglichen wurden. Die Differenz von Gesamt-Verbindlichkeiten gegenüber den Usern abzüglich der bisherigen Investitionen ergibt eine "Summe", die einen Teil der Verhandlungsgrundlage darstellt. Der andere Teil ist der zu bestimmende Wert der User-Datenbank. Hierüber müssen sich die Handelspartner einig werden, wobei man aufgrund der mannigfaltigen Faktoren, wie ein solcher Wert zu bemessen sei, schlecht einen pauschalen Wert pro (aktivem) User bestimmen kann.

Auf diese Weise wird der Verkaufspreis auch in realistischen Dimensionen zustande kommen. Hat ein Admin schlecht gewirtschaftet, übersteigen also Userguthaben und Forderungen die Investitionen, dann ist das Projekt nur mit Verlust für den "alten Admin" abzugeben. Hat er Rücklagen für das vorhandene Userguthaben beiseite gelegt und alle Auszahlungen geleistet, wird er sicherlich einen guten Gewinn für ein dann nachweislich funktionierendes Paidmail-Portal erzielen können. Kürzlich gab es einen Fall, in dem sich der Admin vorstellte, bei einem Verkauf "automatisch" mit Gewinn aus dem laufenden Betrieb eines Paidmail-Dienstes ausscheiden zu können. Dem war leider nicht so, denn guter Wille und Freundlichkeit als Admin sind eher Selbstverständlichkeiten als anrechenbare Leistungen aus der Vergangenheit. Lieber beendete dieser Admin seinen Dienst endgültig und wollte eher seine User auszahlen, als seinen Dienst "mit Verlust" zu verkaufen. Schön stolz, aber auch nicht sonderlich geschäftstüchtig. Von einer "zukunftsgerichteten Fürsorge" als Abschiedsgeschenk für die - vielleicht liebgewonnenen User - kann man bei diesem Admin dann aber nicht mehr reden.

Aktuell werden wiederum kleinere Paidmail-Dienste zum Kauf angeboten - es werden nicht die letzten sein. Die Paid4-News hoffen, mit diesem Newsletter allen daran Beteiligten grundlegende Anhaltspunkte für eine rechtlich einwandfreie und faire Übergabe zur Verfügung zu stellen.

Ihnen eine angenehme Zeit ! !

Freundlichst grüßt Sie

Frank Gruler
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Quelle : Paid4-News ( Bei Paid4-News anmelden )





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